Genau wie wir Menschen können auch unsere kleinen Lieblinge von Zeit zu Zeit mal krank werden. Einige Dinge kann der Chinchillahalter selbst kurieren, bei anderen ist es unbedingt erforderlich, einen kompetenten Tierarzt zu Rate zu ziehen, der bereits Erfahrung mit Chinchillas hat.

Prinzipiell gilt: Sofern es sich nicht um "einfache" Erkrankungen wie z.B. Durchfall oder Verstopfung handelt, oder man nicht genau weiß, was das Tier haben könnte, so sollte man unbedingt sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen. Man tut sich und dem Tier keinen Gefallen, wenn man unwissend an ihm herumexperimentiert!!!

Sofern man allerdings eine gewisse Erfahrung mit Chinchillas hat, kann man solche Dinge wie Durchfall und Verstopfung auch erst einmal versuchen selbst zu kurieren. Dieser Versuch sollte aber nie länger als 2-3 Tage dauern. Sollten die Hausmittelchen dann keine Besserung bringen, muß man zum Tierarzt gehen.

* Durchfall

Dies dürfte wohl eine der häufigsten Erkrankungen bei Chinchillas sein. Sofern der Durchfall noch nicht akut ist, d.h. das Tier noch geformten Kot absetzt, der allerdings sehr weich ist und leicht plattgedrückt wird, kann man versuchen, das Tier selbst zu behandeln.
Man setzt sofort die Pellets und Leckerlis ab und gibt dem Tier zwei Tage lang nur Heu und Wasser. Sollte sich die Konsistenz des Kotes danach nicht wieder normalisiert haben, ist ein Tierarzt zu Rate zu ziehen, der mit entsprechenden Medikamenten helfen kann

* Verstopfung

Werden die Kotbällchen immer kleiner, das Tier wirkt träge und frißt nicht, dann kann man davon ausgehen, daß es an einer Verstopfung leidet. In diesem Fall muß man sofort die Gabe von Leckerlis einstellen und dem Tier mehr Auslauf als gewöhnlich geben. Dazu sollte man dem Tier eine Messerspitze Karlsbader Salz ins Trinkwasser geben. Ist spätestens am übernächsten Tag keine Normalisierung festzustellen, dann muß man unbedingt zum Tierarzt gehen, denn es kann sonst zu Darmvorfällen oder einem Darmverschluß kommen, die meist tödlich ausgehen

* Verstopfung bei Weibchen nach dem Wurf

Durch den Verzehr der Nachgeburt kann es passieren, daß eine Chinchilla-Dame Verstopfung bekommt, da ihr Magen die "Fleischkost" nicht gewohnt ist. Ich bin deshalb dazu übergegangen, meinen Weibchen nach dem Werfen für 2-3 Tage zwei mal täglich Bird Bene Bac (zu bekommen über den Tierarzt) zu geben, welches die Verdauung anregt und Mami beim Verarbeiten der schweren Kost hilft

* Pilzerkrankungen

Diese schleichen sich meist ein, wenn man ein fremdes Tier zukauft, das bereits infiziert ist. Wenn man dann nicht ganz vorsichtig ist, wird bald der ganze Bestand Pilze haben. Eine Pilzinfektion merkt man zumeist am ersten an der Schnauze und um die Augen herum. Dort fallen dann nämlich die Haare aus. Stellt man so etwas bei seinem Tier fest sollte man zum Tierarzt gehen, der das Tier z.B. mit einer Schwarzlichtlampe auf Pilzsporen im Fell untersuchen kann. Sollte er dann einen Pilzbefall feststellen, wird er  im Normalfall ein Mittel mitgeben, das mit dem Badesand vermischt wird und den Pilz zum Abheilen bringt. Vorsichtshalber sollte man dieses Mittel auch in den Badesand der anderen Tiere mischen um einer Infektion vorzubeugen, bzw. eine weitere Verbreitung zu verhindern

* Haarringe beim Böckchen

Es kann vorkommen, daß sich bei Böckchen am Geschlechtsteil Haarringe bilden, die schleunigst vom Halter entfernt werden müssen, da das Tier sich nicht selbst helfen kann. Unternimmt man nichts dagegen kann es passieren, daß das Glied abstirbt und das Tier qualvoll verendet.
Ein Anzeichen für Haarringe kann sein, daß das Tier sich auffällig heftig und oft am Glied putzt. In disem Fall nimmt man das Tier aus dem Käfig und untersucht es vorsichtig. Solltet man einen Haarring feststellen, so muß man diesen mit einer stumpfen Pinzette entfernen. Man kann das ganze vorher mit lauwarmem Wasser aufweichen und dann ablösen. Traut man sich das nicht zu muß man mit dem Tier zum Tierarzt gehen, der den Haarring dann entfernt

* Anomalie der Backenzähne

Frißt ein Tier sehr langsam, kaut ewig auf einem Pellet herum oder sabbert beim Essen, so kann eine Anomalie der Backenzähne vorliegen. Diese Anomalie kann erblich bedingt sein. Bei Tieren mit solch einem Defekt rate ich vom Einsatz in der Zucht dringend ab. Sollte man nun ein Tier mit diesem Problem haben muß man es zum Tierarzt bringen, der die Backenzähne unter Narkose abschleift. Das Problem hierbei ist nur, daß dieser Vorgang regelmäßig wiederholt werden muß, da die Zähne immer wieder nachwachsen

* Knochenbrüche

Durch Unfälle der verschiedensten Art kann es dazu kommen, daß sich ein Chinchilla etwas bricht. Stellt man bei seinem Tier Bewegungsstörungen, eine unnatürliche Haltung von Extremitäten oder ähnliches fest bzw. kann man bei einem offenen Bruch Knochenteile sehen, muß man unbedingt zum Tierarzt gehen, der das Tier röntgen und dann die erforderlichen Maßnahmen einleiten kann

* Kleinere Bißverletzungen und ähnliches

Wenn man mehrere Tiere hält kann es immer mal wieder vorkommen, daß einige zu raufen beginnen und sich dabei verletzen. Stellt man eine solche Verletzung fest, muß man das Tier sofort genauer untersuchen. Handelt es sich nur um eine kleinere blutende Wunde, so kann man die Blutung z.B. mit Wasserstoffperoxid (gibt es in der Apotheke) stillen. Danach ist natürlich dafür zu sorgen, daß das Tier kein Sandbad mehr erhält, damit nichts in die Wunde kommen und sie infizieren kann.
Ist die Wunde aber größer oder die Blutung läßt sich nicht stillen so sollte man unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen

* Augenentzündung

Hat ein Tier einen milchig-wäßrigen Augenausfluß und ist die Umgebung des Auges naß und verklebt, dann hat das Tier vermutlich eine Augenentzündung. Diese kann als zusätzliches Symptom bei anderen Krankheiten auftreten oder es kann durch Staub, Sand oder kleinere Verletzungen zu einer Bindehautentzündung kommen.
Wenn man so eine Augenentzündung bemerkt sollte man sofort das Sandbad absetzen bis die Entzündung ausgeheilt ist und zum Tierarzt gehen, der dann eine Salbe zum Abheilen verschreiben kann.

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